Hamburg will Zeitarbeitsrichtlinie einführen

Hamburgs Bürgermeister hat große Pläne.
Quelle: olafscholz.de
Von: Simone Meyer | Am: 01. Oktober 2012

 

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz fordert eine gesetzliche Regelungen zum Mindestlohn und zur Zeitarbeit. Noch in diesem Jahr will er einen entsprechenden Entwurf für das Land Hamburg verabschieden.

Mit Lohndumping und prekären Arbeitsverhältnissen in Hamburg soll bald Schluss sein. Zumindest im städtischen Dienst. Das fordert laut Hamburger Abendblatt der Bürgermeister der Stadt Olaf Scholz (SPD) und will noch in diesem Jahr ein Gesetz zur Einführung eines Mindestlohns sowie eine Zeitarbeitsrichtlinie auf den Weg bringen.

8,50 Euro Stundenlohn sollen Mitarbeiter der Stadt sowie städtischer Unternehmen und Dienstleister dann künftig erhalten, heißt es in dem Bericht. Entsprechende Maßnahmen seien vom Senat bereits ausgearbeitet worden, so Scholz.

Niedriglöhne für städtische Mitarbeiter

Bisher greift die Stadt Hamburg allerdings selbst gerne auf Alternativen zurück, um die Löhne ihrer Mitarbeiter zu senken. Bei der Stadtreinigung verdienen ausgeliehene Müllmänner der Tochterfirma „Wert GmbH“ laut Hamburger Abendblatt deutlich weniger als ihre Kollegen. Und auch in den Asklepios-Kliniken, an denen die Stadt beteiligt ist, sollen Mitarbeiter Niedriglöhne ausbezahlt bekommen oder nur vorübergehend durch eine interne Leihfirma angestellt sein.

Bis Ende des Jahres will Olaf Scholz ein Landesmindestlohngesetz auf den Weg bringen, das diese Ungleichbehandlung beendet. Darüber hinaus soll eine sogenannte Zeitarbeitsleitlinie festlegen, dass Leiharbeitnehmer nur bei Auftragsspitzen eingesetzt werden dürfen und genauso viel Geld verdienen müssen, wie ihre festangestellten Kollegen. „Leiharbeit darf nur eine vorübergehende Tätigkeit sein – und keine Dauertätigkeit. Das werden wir zum Gegenstand unserer Richtlinie für die Beschäftigung von Leiharbeitskräften machen“, so der SPD-Politiker.

Auf den Einsatz von Zeitarbeitnehmern möchte der Bürgermeister aber auch in Zukunft nicht verzichten. Im Krankheitsfall oder bei Auftragsspitzen sei dies ein wichtiges und effektives Instrument um personelle Engpässe auszugleichen. „Leiharbeit darf aber nicht eingesetzt werden, um billige Löhne zu zahlen“, sagt Scholz. 

Dieser Artikel hat 3 Kommentare | Selbst einen Kommentar verfassen »

  1. Zur Zeit betreiben fasst alle Städte sogenannte Leiharbeitsfirmen. Die Lohnkosten werden gedrückt… Equal Pay ist in weiter Ferne …
    In den Gesellschaften werden noch gut bezahlte Geschäftsführerposten vergeben.. Da passt natürlich die Aussage, dass bei der Stadt Hamburg ein Mindestlohn von 8,50€ eingeführt werden soll, wie die Faust aufs Auge!!
    Einfach nur lächerlich diese Politiker..
    Alles nur Selbstversorger

    • von: Durchblicker
    • am: 2. Oktober 2012 | 08:46 Uhr
  2. Am schlimmsten bei solchen Interviews ist die Taktik, von den eigenen Missbräuchen abzulenken, hin zur regulären Zeitarbeit. Die aber hat nichts mit den unredlichen Methoden von Unternehmen und Kommunen zu tun, die eben mal eigene Zeitarbeitsfirmen gründen, ausschließlich zum Zweck der Geldersparnis.

    • von: Kapi
    • am: 2. Oktober 2012 | 11:36 Uhr
  3. Guten Tag
    Ich arbeite auch über ein leiharbeitsunternhemen in einem sehr großen Unternehmen und wurde schon mehrmal beleidigt und auch bedroht,wir werden noch immer wie Menschen zweiter Wahl behandelt,aber ich muss ja arbeiten und werde mit Sicherheit auch noch von meiner Leihbude nicht richtig bezahlt

    • von: palus
    • am: 20. November 2012 | 12:53 Uhr

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